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Storchennest 2012
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Auf der didaktischen Ebene halten wir zwei Grundbedingungen für unentbehrlich: Die eine ist das Lernen im Tätigsein, die zweite die Selbstbestimmtheit (freie Wahl bezüglich des Interesses, der Bewegung, der Zeit, der Kooperation, freie Bewegung im Alters- und Bildungsgefälle).

 

Daraus ergeben sich folgende Strukturen für den Schulalltag:

 

  • Kinder lernen miteinander und nebeneinander (keine Klassenaufteilung);
  • keine Aufteilung in Schulstunden, ganzheitlicher Zugang zum Lernen;
  • Lernen findet im Storchennest (Haus und Garten) und außerhalb (Exkursionen, Spaziergänge …) statt;
  • der Unterricht hat Angebotscharakter.

 

Anregungen finden die Schüler in der „vorbereiteten Umgebung“, die eine reiche Auswahl an Materialien anbietet. Die LehrerInnen machen Angebote, die den Charakter von Projekten haben. Kurse, Projekte, Exkursionen und Tagesangebote werden von Betreuern bzw. SchülerInnen an eine Anschlagtafel gehängt, wo sich die Schüler eintragen. Mit den interessierten Schülern wird das Projekt dann gemeinsam geplant und durchgeführt. Fallweise werden auch Fachleute von draußen ins Storchennest eingeladen (Künstler, Gendarmerie, Korbflechter, Mechaniker,…). Die Angebote setzen an den Bedürfnissen der Kinder an. Das Erlernen der Kulturtechniken ist weitgehend in den Projektzusammenhang eingebunden. In solchen spezifischen Situationen erfahren die Kinder, dass sie Lesen, Schreiben und Rechnen sinnvoll für sich gebrauchen können.

 

 

Beispiel Baumhausbau

Mathematik:

Planzeichnen, Messen, Umgang mit div. Größen (Länge, Gewicht,...), Ausrechnen der Kosten

Sprache:

Viel Kommunikation unter den Kindern, Besprechen von Zielvorstellungen und Problemlösungen, Bestellen von notwendigen Materialien, Lesen des Kostenvoranschlages, Schreiben von Erinnerungsbriefen,...

Sachunterricht:

Wie fühlen wir uns im Baumhaus wohl, Gestaltung, Blumenpflanzung und -pflege, Technik, Konstruktion, Umgang mit Werkzeugen (auch elektrischen). Wie wohnen Andere, Wohnen früher und heute,...

Kreatives Gestalten:

Form des Baumhauses, Farben, Einrichtung,...

 

Was die Kinder im langen Prozess des Hausbaues, der Pflege und des Bewohnens auch noch lernen, ist:

Verantwortung zu übernehmen, Verantwortung abzugeben, viele Entscheidungen selbst zu treffen, sich mit der Gruppe zu arrangieren, Konflikte auszutragen und zu lösen, positives Lebensgefühl.

 

 

Die Kinder im Storchennest werden weder im klasssischen Sinn motiviert noch gelobt, dadurch lernen sie sich selbst einzuschätzen.

 

Das, was sie selbst wählen, ist wohl das Beste für sie. Das wird durch unsere Haltung bestätigt - positives Selbstwertgefühl wird aufgebaut.

 

Sie leisten die Dinge, die sie entsprechend ihres inneren Antriebes leisten müssen und haben Freude daran - Arbeit macht Freude!

 

Die wöchentliche Schulversammlung bietet Raum für politisches Engagement (Regeln aufstellen, verwerfen, Anträge stellen, Wünsche artikulieren, Üben von Gesprächskultur,...).

 

Konflikte werden von uns Erwachsenen begleitet, jedoch nicht gelöst - Training in Sachen gesunder Konfliktkultur.

 

Sich langsamer oder anders entwickelnde Kinder werden bei uns nicht im Sinne einer Anpassung an das Leistungsniveau der anderen integriert. Sie leben und lernen im Miteinander aller Kinder nach ihrem eigenen Tempo. So lernen die Kinder die Individualität der verschiedensten Menschen zu tolerieren.

 

Die Kinder dürfen selbst entscheiden, ob sie gerne alleine, zu zweit oder in der Gruppe arbeiten. Sie müssen dabei viel vereinbaren, einfordern, einstecken,... - Üben einer hohen Sozialkompetenz.

 

Die Kinder spüren, dass wir sie nicht beurteilen. Sie lernen nicht für Noten sondern aus eigenem Antrieb.

 

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